Zwei Überlebende bieten dem Totalitarismus die Stirn.
Zitat
Eric Arthur Blair, besser bekannt unter seinem Künstlernamen George Orwell (1903-1950), hat den britischen Imperialismus kritisiert und im spanischen Bürgerkrieg gegen die Truppen von Franco gekämpft, wobei er schwer verwundet wurde. Gleichzeitig erfuhr er die Grausamkeit und den Zynismus des Stalinismus. Diese Erlebnisse sollten die Grundlage für „Farm der Tiere” und „1984” werden. Während des Zweiten Weltkriegs war er für die BBC tätig, für die er mehrere Beiträge verfasste. In der BBC Radioansprache „Literatur und Totalitarismus”, ausgestrahlt im düsteren Jahr 1941, zeigt er, wie Totalitarismus die Freiheit des Schreibens und Denkens unmöglich macht. Der österreichische Psychiater Viktor Frankl (1905-1997) seinerseits sollte die Schrecken der NS-Zeit von allernächster Nähe in den KZ Theresienstadt, Auschwitz u.a. erleben. Er zeigte trotz allem eine verblüffende Resilienz, die er schon 1946, weniger als ein Jahr nach seiner Befreiung, in drei Vorträgen bewies, die eine Vorstufe seines berühmten Werkes „Trotzdem Ja zum Leben sagen” bilden. Darin zeigt er, wie der Mensch selbst in den schwierigsten Lebenslagen Hoffnung und Sinn schöpfen kann, womit er auf seine Weise, und ganz im Sinne unseres Festival-Mottos, Glück als Akt des Widerstands etabliert.
Jens Ole Schmieder und Martin Schwanda, beide unserem Publikum wohlbekannt, verkörpern an diesem ganz besonderen Abend den englischen Schriftsteller und den Wiener Psychiater. Die Analyse und Einordnung der Reden steuert Philosophiestar Konrad Paul Liessmann bei.
Do 11. März 2027 (19:30)
Bahngasse 27, 2700 Wiener Neustadt
ca. 1 Std 30 Min, keine Pause
Regulär: € 40,- (freie Platzwahl)
Early Bird (bis 31.12.2026):
Regulär: € 35,- (freie Platzwahl)
U30-Ticket: € 8,-
Weitere Ermäßigungen siehe hier
Schauspiel: Martin Schwanda, Jens Ole Schmieder
Gesprächsgast: Konrad Paul Liessmann
Einrichtung: Jérôme Junod
Moderation: Anna Luca Krassnigg
Kostüm: Antoaneta Stereva Di Brolio
Maske: Henriette Zwölfer
Eine Produktion der Wortwiege, gefördert durch das Land Niederösterreich und die Stadt Wiener Neustadt.
Konrad Paul Liessmann lehrte bis 2011 als Professor für Philosophie an der Universität Wien, ist Co-Intendant des Philosophicum Lech und bekannt durch die ORF CD-Serie „Denken und Leben“. Zuletzt erschienen: „Was nun? Eine Philosophie der Krise“ (2025).
Im Gespräch. Dramaturg und Autor Peter Roessler über den Wiener Kasperl, die Faszinationskraft des Grauens und wie Geschichte in der Gegenwart (und darüber hinaus) wirkt.
© Victoria Nazarova