Schauspiel

DAS ZIMMER

Lida Winiewicz / Wortwiege

Regie: Azelia Opak

© Wortwiege

Lida Winiewicz’ wiederentdeckte Komödie „Das Zimmer” erzählt von einer klaustrophobischen Sondersituation. Ein Offizier findet sich in plötzlicher Abhängigkeit von seinem Diener wieder. Die Hierarchien und Überzeugungen geraten durcheinander, die großen Lebensfragen stehen unausweichlich im Raum. Beißend komisch, unheimlich und von beklemmender Intensität.

Sie können sich nicht so sehen, wie ich Sie sehe. Nie.

Nach einem illegalen Duell wird der aristokratische Offizier Xavier zu sechs Wochen Hausarrest verurteilt. Gemeinsam mit seinem pragmatischen Diener Giannetti findet er sich in seiner hermetisch abgeriegelten Kammer wieder. Xavier rekapituliert seinen bisherigen Lebensweg und stellt seine zwischenmenschlichen Beziehungen auf den Prüfstand. Wer ist er eigentlich, wenn man Stand, Rang, Ausbildung und Abstammung ausblendet?
Was als Standeskonflikt beginnt, entwickelt sich rasch zu einer rauschhaften Dramaturgie der Enge, in der die Grenzen zwischen Realität, Fiebertraum und einer aus der Not geborenen Selbstinszenierung unaufhaltsam verschwimmen. Zwischen nackter Existenzangst, absurd-komischen Rollenspielen, Machtwechseln und paranoiden Schüben offenbart sich in der Isolation des Arrests eine abgründige, tiefe Bindung zweier gegensätzlicher Menschen, die weder miteinander noch ohne einander existieren können.

Lida Winiewicz nennt ihre Hauptfigur nach dem gleichnamigen Autor Xavier de Maistre, dessen Roman „Reise um mein Zimmer” nicht nur den Titel, sondern auch den Inhalt des Stücks inspirierte. Winiewicz gelingt mit der Überschreibung des Romans eine humorvolle, tiefenscharfe Darstellung der Anatomie von Macht und Ohnmacht, gesellschaftlichen Rollen und der eigenen nackten Existenz. Nach der Uraufführung 1977 wurde das Stück erst 2019 als szenische Lesung beim Festival Neues Wiener Volkstheater wieder gezeigt. Nun inszeniert Regisseurin Azelia Opak Winiewicz’ Text, verdichtet zu einem intim-komischen Zweier-Drama, in dem bis zum Schluss in der Schwebe bleibt, wer hier wen steuert.

Termine

Premiere:
Fr  19. Februar 2027 (19:30)* 
Vorstellungen:
So 28. Februar | 15:30*
Di 2. März | 19:30
Sa 6. März | 19:30*
Mi 10. März | 19:30*
So 14. März | 15:30*
Mi 17. März | 19:30*
Sa 20. März | 19:30

* Stückeinführung:  jeweils eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung.

Spielort

Historische Kasematten
SALA MEDIA

KASEMATTEN WIENER NEUSTADT

Bahngasse 27, 2700 Wiener Neustadt

Dauer

ca. 90 Min, keine Pause

Preise

Regulär: € 50,- (Kat 1) | 42,- (Kat 2)
Early Bird (bis 31.12.2026):
Regulär: € 45,- (Kat 1) | 38,- (Kat 2)
U30-Ticket: € 12,-
Weitere Ermäßigungen siehe hier

Trailer

Artikel

Qualtinger Total - Das Volksfest und Alles gerettet

Im Gespräch. Dramaturg und Autor Peter Roessler über den Wiener Kasperl, die Faszinationskraft des Grauens und wie Geschichte in der Gegenwart (und darüber hinaus) wirkt.

Hier lesen …

Bilder

© Victoria Nazarova

© Christian Mair

Logo Wortwiege